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Neukirchener Kalender

Dienstag, 19. Juni 2018

Der HERR sprach: Wenn sie sich auch unten bei den Toten vergrüben, soll sie doch meine Hand von dort holen. (Amos 9,2)

Ein zorniger, wütender, strafender Gott gehört zu den Seiten Gottes, die ich gerne verdränge oder vergesse. Der Prophet Amos aber redet davon. Er sieht sie augenscheinlich: Gott selber steht über dem Altar. Er ist gekommen, um zu vernichten (V. 1). Er ist außer sich, droht seinem geliebten Volk mit der Todesstrafe, erbarmungslos. Es hat die Liebe Gottes missachtet, sein Werben um Anerkennung und Respekt mit Füßen getreten und für Gottes Anspruch auf ein barmherziges Leben nur Hohn und Spott übrig. Es ist kein Trost in diesen Versen, keine Gnade, kein Licht am Horizont. Gott macht den Menschen die Hölle heiß. Gott ist eifersüchtig, zornig liebend. Ihm ist nicht egal, ob wir ihn links liegen lassen. Gott will mit uns sein und leben. Gott will lieben, aber nicht ins Leere. Gott könnte sich vergessen, uns aber nicht. Darum wirbt Amos im Namen Gottes mit der Brechstange. Schön ist das nicht, aber hoffentlich heilsam. (Sch-Kr)

Schmerzhafter Leerlauf

Mit dem Fahrrad trete ich in kleinem Gang einen steilen Berg hinauf, ich gehe aus dem Sattel. Wenn ich oben bin, werde ich meinen Schweiß abwischen und nur noch genießen: vollkommenes Glück. Ich liebe den Berg und kämpfe mit ihm. Ich mühe mich ab, überwinde mich, mobilisiere alle Kräfte, Meter für Meter. Auf einmal springt die Kette runter, ich trete mit voller Wucht ins Leere, schmerzhaft lande ich auf dem Sattel. Der Schwung ist weg, nichts geht mehr. Ich bin am Ende, der Schweiß auf der Stirn vermischt sich mit den Tränen der Wut und Enttäuschung. Verzweifelt, verbittert und wütend fahre ich den Berg wieder hinab. - Gottes zornige Seite wird mir so verständlich. Wer liebt wie Gott, sucht die Antwort der Menschen. Wo sie ausbleibt, die Liebe verhöhnt wird, ins Leere trifft, da wächst der Zorn. Das aber bleibt nicht Gottes letztes Wort. Gott sei Dank gibt es ein Morgen, das schon heute beginnt.

Tipp:

LESETIPP:
Irmgard Weth: Neukirchener Erzählbibel. Mit 55 farbigen Bildern von Kees und Michiel de Kort. 432 S., geb., 19,99 € (Neukirchener Kalenderverlag). - Neben vielen anderen auch das Buch Amos einmal in der Neukirchener Erzählbibel nachzulesen, eröffnet einen neuen Zugang zu der Geschichte Israels. Biblische Zusammenhänge neu zu entdecken und über Gottes Wege staunen zu lernen - dazu ermutigt die bekannte Autorin.

Bibellese:

Lied:

Wach auf, wach auf
[EG 145 GL 605 ErG (212)]



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